Innere Anteile & Ego-State-Therapie – Praxis Consensus


Innere Anteile - wir sind nie nur eine Person 

Warum innere Widersprüche kein Zeichen von Schwäche sind - sondern von Menschlichkeit.

 

Ehrlich gesagt sind wir alle ein bisschen schizophren - nicht im klinischen Sinne, sondern im ganz menschlichen. Da ist der Teil, der aufräumen will - und der Teil, der es dann doch wieder lässt. Der Antreiber, der nie genug leisten kann - und der Erschöpfte, der einfach nur Ruhe will. Der Aufpasser, der ständig kontrolliert - und der Ängstliche, der am liebsten alles vermeiden würde.

 

Das kennt jeder. Und trotzdem erleben viele Menschen diese inneren Widersprüche als Problem - als Zeichen, dass etwas mit ihnen nicht stimmt.

 

Ich sage das bewusst ein bisschen überspitzt - denn natürlich ist Schizophrenie klinisch etwas völlig anderes, und das Haben mehrerer Persönlichkeitsanteile ist auch nicht dasselbe wie eine Dissoziative Identitätsstörung (DIS). Aber im Alltag beschreibt es genau das Gefühl, das viele kennen: Ich will das eine - und tue das andere.

 

Dabei ist genau das Gegenteil wahr: Diese inneren Stimmen, Zustände und Reaktionen sind keine Fehler. Sie sind Anteile - und jeder von ihnen hat einen Grund, warum er so ist, wie er ist.

 

 


Was sind innere Anteile?

 

Die Idee, dass wir Menschen aus verschiedenen inneren Persönlichkeitsanteilen bestehen, ist nicht neu. Sie taucht in der Psychologie seit über einem Jahrhundert auf - von Carl Gustav Jung über die Transaktionsanalyse bis hin zur modernen Ego-State-Therapie.

 

Der Grundgedanke ist einfach: Wir sind keine einheitliche, konstante Persönlichkeit. Wir sind ein inneres System aus verschiedenen Anteilen - geprägt durch Erfahrungen, Erziehung, emotionale Verletzungen und Schutzstrategien, die wir im Laufe unseres Lebens entwickelt haben.

 

Diese Anteile haben unterschiedliche Aufgaben:

 

Schutzanteile - sie bewachen uns vor Schmerz, Ablehnung oder Überforderung. Sie können sich als innerer Kritiker, als Kontrolleur, als Perfektionist oder als Rückzugstendenz zeigen.
 

Verletzliche Anteile - sie tragen die emotionalen Wunden, die früher entstanden sind. Oft sind das kindliche Anteile, die noch in alten Erfahrungen feststecken.
 

Antreiber - sie sorgen dafür, dass wir funktionieren, leisten, uns anpassen - oft unabhängig davon, wie es uns dabei geht.
 

Ressourcenanteile - sie tragen Stärken, Kreativität, Humor und innere Weisheit - und werden im Alltag oft übersehen.

 

 


Woher kommt das Konzept der Ego-State-Therapie?

 

Die Ego-State-Therapie wurde in den 1970er Jahren von John und Helen Watkins entwickelt - auf Basis der Hypnose und der Objektbeziehungstheorie. Der Grundgedanke: Im hypnotischen Trancezustand können innere Anteile direkt angesprochen, gehört und verändert werden.

 

Was die Ego-State-Therapie von anderen Ansätzen unterscheidet: Sie behandelt nicht Symptome, sondern die inneren Zustände, die hinter den Symptomen stecken. Ein Angstanfall ist nicht das Problem - er ist das Signal eines Anteils, der Schutz sucht.

 

In meiner Arbeit lehne ich mich an diese Grundidee an - und habe sie in meinem eigenen Ansatz, der NeuroSomatischen Hypnotherapie nach Gedecksnis (NSHT), weiterentwickelt. Dabei verbinde ich die Arbeit mit inneren Anteilen mit Nervensystemregulation und dem hypnotischen Trancezustand - weil innere Anteile nicht nur psychisch, sondern auch körperlich gespeichert sind.

 

 


Warum innere Konflikte so hartnäckig sind

 

Wenn jemand sagt: "Ich weiß, dass ich aufhören soll - und tue es trotzdem", ist das kein Willensproblem. Es ist ein Hinweis, dass verschiedene innere Anteile unterschiedliche Ziele verfolgen.

 

Ein Teil will aufhören zu rauchen. Ein anderer Teil nutzt das Rauchen als einzige Pause im stressigen Alltag - und gibt es nicht auf, weil er noch keine andere Möglichkeit kennt, sich zu regulieren.

 

Ein Teil will eine gesunde Beziehung. Ein anderer Teil hat gelernt, dass Nähe gefährlich ist - und sabotiert immer wieder, wenn es zu nah wird.

 

Diese inneren Konflikte lassen sich nicht durch Vernunft lösen - weil Vernunft nur einen Teil erreicht, nicht alle. Die Arbeit mit inneren Anteilen setzt dort an, wo der Konflikt wirklich entsteht: im Erleben, nicht im Denken.
 

 


Wie ich mit inneren Anteilen arbeite

 

In meiner Praxis begegne ich inneren Anteilen immer mit Respekt - auch den, die auf den ersten Blick schwierig wirken. Der innere Kritiker, der nie zufrieden ist. Der Aufpasser, der keine Kontrolle abgeben kann. Der Ängstliche, der alles vermeiden will.

 

Diese Anteile sind keine Feinde. Sie haben irgendwann eine wichtige Aufgabe übernommen - oft um uns vor Schmerz, Ablehnung oder Überforderung zu schützen. Das Problem ist nicht, dass sie existieren. Das Problem ist, wenn sie die Kontrolle übernehmen und das Leben einschränken - auch lange nachdem der ursprüngliche Grund dafür vergangen ist.

 

In der Trance lässt sich direkt mit diesen Anteilen arbeiten:

  • Sie werden gehört  viele Anteile wurden noch nie wirklich gehört
     
  • Ihre ursprüngliche Schutzfunktion wird gewürdigt
     
  • Sie bekommen neue Erfahrungen - dass Sicherheit auch anders möglich ist
     
  • Innere Konflikte zwischen Anteilen können gelöst werden

Das Ziel ist kein inneres Schweigen - sondern ein inneres System, das zusammenarbeitet statt gegeneinander.

 

 

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Was das für Sie bedeutet

 

Wenn Sie das Gefühl kennen, innerlich zerrissen zu sein - wenn ein Teil von Ihnen etwas will und ein anderer dagegen arbeitet - dann ist das kein Zeichen von Schwäche oder Versagen.

 

Es ist ein Hinweis, dass Ihr inneres System genau das tut, was es gelernt hat: sich schützen. Und manchmal braucht es einen sicheren Rahmen, um neue Wege zu finden.

 

Genau das ist der Ausgangspunkt meiner Arbeit mit inneren Anteilen - in der Praxis Consensus, in Oeversee bei Flensburg.

 

 


Häufige gestellte Fragen zu inneren Anteilen

 

Was sind innere Anteile?

Innere Anteile sind verschiedene Persönlichkeitszustände, die wir alle in uns tragen - geprägt durch Erfahrungen, Erziehung und Schutzstrategien. Da gibt es den Antreiber, den Aufpasser, den Ängstlichen, den inneren Kritiker - und verletzliche Anteile, die emotionale Wunden tragen. Die Idee stammt aus der Ego-State-Therapie und ist in der Psychologie gut verankert.

Was ist Ego-State-Therapie? 

Die Ego-State-Therapie wurde in den 1970er Jahren von John und Helen Watkins entwickelt. Sie basiert auf der Idee, dass wir aus verschiedenen inneren Anteilen bestehen, die im hypnotischen Trancezustand direkt angesprochen und verändert werden können. Ziel ist nicht die Unterdrückung von Anteilen, sondern ihre Integration — dass das innere System zusammenarbeitet statt gegeneinander.

Ist die Arbeit mit inneren Anteilen dasselbe wie IFS? 
IFS (Internal Family Systems) ist ein bekannter Ansatz zur Arbeit mit inneren Anteilen, entwickelt von Richard Schwartz. Meine Arbeit ist nicht identisch mit IFS, teilt aber die Grundidee: dass wir aus verschiedenen inneren Anteilen bestehen und dass heilsame Veränderung entsteht, wenn diese Anteile gehört und gewürdigt werden - statt bekämpft.

Ist das esoterisch oder wissenschaftlich fundiert? 

Die Idee innerer Anteile ist in der Psychologie gut verankert - von Jung über die Transaktionsanalyse bis zur modernen Ego-State-Therapie und IFS. Es handelt sich um ein psychologisches Modell, kein spirituelles Konzept. Es beschreibt, wie das menschliche Erleben tatsächlich funktioniert - in verschiedenen Zuständen, mit verschiedenen Stimmen und Bedürfnissen.

Was passiert, wenn ein Anteil nicht kooperieren will? 

Das passiert - und es ist völlig normal. Manche Schutzanteile haben gute Gründe, misstrauisch zu sein. In meiner Arbeit zwinge ich keinen Anteil zu etwas. Stattdessen gehen wir langsam vor - und respektieren, was der Anteil braucht, bevor er bereit ist loszulassen.

Kann ich selbst mit meinen inneren Anteilen arbeiten? 

Grundlegende Selbstreflexion ist möglich - zum Beispiel durch das bewusste Wahrnehmen verschiedener innerer Stimmen in einer Situation. Tiefere Arbeit, besonders bei verletzten oder stark aktivierten Anteilen, braucht jedoch einen sicheren therapeutischen Rahmen - weil sie sonst überwältigend werden kann.

 

 

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie die Arbeit mit inneren Anteilen in meiner Praxis aussieht - oder ob dieser Ansatz für Ihr Anliegen sinnvoll sein könnte - melden Sie sich gern für ein erstes Gespräch.

 

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