Was ist Hypnose


Es herrschen leider noch immer falsche Annahmen und Vorurteile zum Thema Hypnose. Gerade die Showhypnose gibt ein vollkommen falsches Bild der medizinischen Hypnose (Hypnotherapie) wieder. Hypnose hat trotz ihrer jahrhundertelangen Geschichte nichts Mystisches, sie ist keine Zauberei oder Magie und vollbringt auch keine echten Wunder – auch wenn manche Besserung und Heilung aus Sicht der „klassischen“ Therapieformen erstaunlich bis rätselhaft erscheinen mag.

Der Begriff Hypnotherapie ist jedoch weitaus weniger bekannt als jener der Hypnose, der nach heutigem Verständnis aber lediglich einen Teil des Verfahrens, medizinische oder therapeutische Wirkung zu erzielen, beschreibt.

Die Hypnosetherapie nutzt grundsätzlich den natürlichen Zustand der Entspannung und Konzentration mit erhöhter Wahrnehmung, der durch professionelle Suggestionen hervorgerufen wird. Grundsätzlich ist jeder geistig und psychisch gesunde Mensch  in der Lage, in Hypnose / Trance zu gehen. Wenn allerdings der Wille des Patienten generell nicht vorhanden ist, ist jede Behandlungsmethode bereits zu Beginn zum Scheitern verurteilt.

Hypnotherapie ist erwiesenermaßen produktiv, weshalb sie auch vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als wissenschaftliche Psychotherapiemethode in Deutschland anerkannt ist.

 

Hypnose ist eine der effektivsten Psychotherapieverfahren überhaupt.

 

Das "American Health Magazine" veröffentlichte im Jahr 2008 die Ergebnisse einer Vergleichsstudie:

  • Psychoanalyse:
    38% Verbesserung nach 600 Stunden

  • Verhaltenstherapie:
    72% Verbesserung nach 22 Stunden

  • Hypnotherapie:
    93% Verbesserung nach 6 Stunden


Hypnose ist eine altbewährte Methode zur optimalen Kommunikation mit dem menschlichen Unterbewusstsein.

 

In der Hypnose ist eine Kommunikation mit dem Unterbewusstsein möglich. Das Unterbewusstsein ist unsere direkte Schaltzentrale, hier laufen alle Mechanismen vorwiegend automatisch ab. Wir wollen etwas ändern, aber kommen immer wieder zu demselben Ergebnis.

 

Menschliches Handeln, Denken, Erleben und Fühlen lässt sich in zwei Bereiche aufteilen:

 

  • Das bewusste Denken:
    Der Logiker in uns. Zuständig für das Nachdenken, aber auch für das Grübeln. Die kritische Stimme in uns – oftmals überlebenswichtig, manchmal aber auch nervig. Unser bewusstes Denken hilft uns, logisch über Sachverhalte nachzudenken.
  • Das Unbewusste oder auch Unterbewusstsein:
    Unser Autopilot. Unser Unbewusstes arbeitet für uns ganz automatisch, ohne, dass wir uns irgendwie darum kümmern müssten. Hier ist unser bildhaftes Erleben gespeichert, hier wird unsere Gefühlswelt und unser emotionales Erleben geboren. Das Unbewusste ist unglaublich lernbegierig und nimmt uns  monotone, immer wiederkehrende Arbeiten und Aufgaben ab.

 



Es gibt Glaubenssätze, Meinungen, Gewohnheiten, Verhaltensweisen oder auch Gefühle, die tief verankert in uns liegen und eine Zeit lang dienlich sind. Wenn sie einen jedoch eher behindern, einschränken oder sogar schaden, können sie eine große Belastung darstellen. Spätestens dann ist es Zeit, genauer hinzusehen.

 

Mittels Hypnose ist es möglich, durch den Kontakt zum Unterbewusstsein zu erkennen, welches dieser „Programme“ immer noch von Nutzen ist und welches gelöscht oder verändert werden soll.

 

Durch die Konzentration auf innere Vorgänge werden äußere Reize nebensächlich und es tritt der natürliche Zustand der Trance auf, in dem eine physische und psychische Entkrampfung bewirkt wird.

 

Es wird ein Zugang zum Unterbewusstsein geschaffen, indem Sie auch nicht “völlig weg” sind, sondern entspannt und konzentriert. Auf dieser Bewusstseinsebene kann gezielt und schnell an oftmals hartnäckigen Problemen oder Symptomen gearbeitet werden. Hypnose ist aufgrund internationaler Forschungsergebnisse als Therapiemethode wissenschaftlich anerkannt und von den Ärzte- und Psychotherapeutenkammern zugelassen.

 

Hypnose findet in der Hypnotherapie, auch Hypnosepsychotherapie genannt, Anwendung. Bereits wenige Sitzungen können eine deutliche Veränderung bewirken; entsprechend vielseitig werden die Hypnose und ihre Techniken in der (Psycho-)Therapie verwendet.



Hypnose: Anwendungsgebiete und Methoden

Der Berufsverband der Hypnosetherapeuten e.V. nennt folgende Liste möglicher Indikationen, die mittels Hypnosetherapie behandelt werden können:


Ängste, Allergien, Albträume, Atembeschwerden, Bettnässen, chronische Schmerzen, Depression, Erröten, Essstörungen, Gedächtnisschwäche, Geburtsvorbereitung, Leistungssteigerung, Lernstörungen, Magenbeschwerden, mentales Training, Migräne, nervöse Anspannung, Panikattacken, Phobien, Prüfungsangst, Rauchen, Redeangst, Schüchternheit, geringes Selbstvertrauen, Schuldgefühle, Stottern, Übergewicht, Verdauungsstörungen, Vorbereitung auf Operationen, Zwänge und vieles mehr.

 

Mit Hilfe von Hypnose lassen sich nahezu alle autonom ablaufenden Prozesse des menschlichen Körpers beeinflussen, z. B. die Verdauung, die Tätigkeit von Hormondrüsen oder die Funktion des Immunsystems.

 

Weitere Anwendungsgebiete der Hypnose sind die Schmerzbehandlung und die psychosomatische Medizin sowie in der Psychoonkologie zur unterstützenden Behandlung bei der Krebstherapie.

Im Bereich der analytischen Psychotherapie kommt die Hypnoanalyse zum Einsatz. Schon Sigmund Freud wusste, dass der Mensch durch Hypnose Zugang zu verschütteten Erinnerungen aus der Kindheit erhält, die auf diese Weise wiedererinnert und verarbeitet werden können.

 

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit entstammt der modernen Verhaltenstherapie.

 In der Hypnose lässt der Therapeut seinen Patienten charakteristische Alltagssituationen visualisieren und ermutigt ihn dann, in diesen Situationen auf neue, selbstbewusste Art zu reagieren. Dadurch werden Verhaltensmuster auf ungefährliche Weise im geschützten Bereich des Therapiezimmers eingeübt, ehe der Betreffende sie in der Realität anwenden kann.

 




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